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Clavichord

Roman Chlada am ClavichordDas Clavichord ist nach einem Wort von René Clemencic das stillste, ausdrucksvollste und zarteste aller Tasteninstrumente. Seine geringe Lautstärke aber auch die Intensität des Ausdrucks verdankt das Clavichord seiner einfachsten Mechanik: Die Saite wird durch bloße Berührung zum Klingen gebracht.

Mein Clavichord (gebunden, in mitteltöniger Stimmung) ist ein Nachbau nach verschiedenen Vorbildern des 15. und 16. Jahrhunderts, insbesondere aber nach dem Instrument, das in den Intarsien im Studiolo des Federigo da Montefeltro in Urbino (ca. 1470) dargestellt ist. Angefertigt wurde es 2003 von Thomas Glück.

Musik zum Hören:

Paul Hofhaymer (1459-1537), Ain frewlich wesenn in re
Antonio de Cabezon (1510-1566), Pisne me Pulvenir (nach Tomas Criquillion)
Claudio Merulo (1533-1604), Toccata del Terzo Tuono

Am Clavichord-Symposium in Magnano, Italien

Anmerkung: Das Clavichord ist wirklich ein leises Instrument. Diese Aufnahmen sind so eingerichtet, daß sie bei normaler Lautstärke richtig, d.h. leise klingen. Erhöht man die Lautstärke, wird der Eindruck verzerrt.

Bisher auf diesem Instrument gespielte Programme:

Paul und die Paulomimen - Paul Hofhaymer (1459-1537) & seine Schule
Johann Jacob Froberger (1616-1667) - Libro secondo di Toccate &c.
Claudio Merulo (1533-1604) - Toccate, Ricercari & Canzone
Francisco Correa de Arauxo (1584-1654) - VII Tientos aus der Faculdad Organica
Antonio de Cabezon (1510-1566) - Tientos, Versos, Glosadas & Diferencias

 
Orgel

An der Orgel von S. Frediano in Lucca, ItalienWas das Orgelspiel so interessant macht, ist nicht zuletzt der große Unterschied zwischen den einzelnen Instrumenten. Von den verschiedenen regionalen Typen historischer Orgeln habe ich mich besonders mit dreien beschäftigt: der österreichischen, der italienischen und der spanischen Orgel. Ich versuche einerseits auf diesen Orgeln die für sie geeignete Literatur darzustellen, zum anderen mein Wissen zu benützen, um etwa auf einem modernen Instrument die möglichst passenden Register für einen authentischen Klang zu wählen, wobei ich die Orgel mehr als liturgisches denn als Konzert-Instrument betrachte.

Musik zum Hören:

Girolamo Frescobaldi (1583-1643) Toccata terza (Libro primo)

an der Freundt-Orgel (1620), Stift Ardagger, NÖ

 
Cembalo

Roman Chlada am CembaloDas Cembalo ist für mich persönlich mehr ein Instrument für die Begleitung von Stimmen oder für die Kammermusik als ein Solo-Instrument.  

Musik zum Hören:

Luzzasco Luzzaschi (1545-1607), O Primavera 
Giovanni Francesco Anerio (1567-1630), Sommo Re delle Stelle

Es singt: Karoline Pilcz, Sopran

Programm für Sopran und Cembalo:

Luzzasco, Gesualdo, Frescobaldi - Musik aus und rund um Ferrara

 

 
Portativ

Portativ 2Das Portativ oder Organetto, wie es mitunter genannt wird, ist die kleinste Form der Orgel. So klein, daß man es sich auf den Schoß nehmen kann. Mit der linken Hand wird der Blasbalg betätigt, mit der rechten auf der Tastatur gespielt. Die ältesten Belege für das Portativ gehen auf die Spätantike zurück, zu Beginn des 16. Jahrhunderts allerdings kommt es gänzlich ab. Es ist also ein zutiefst mittelalterliches Instrument. Im 15. Jahrhundert scheint das Portativ eine letzte große Blüte erlebt zu haben. Unzählige Darstellungen finden sich auf gotischen Tafelbildern, Fresken und bei Skulpturen.

Mein Portativ ist ein 3'-Instrument (das kleine f als tiefster Ton) und damit ungefähr die größte Variante, die mit der genannten Spieltechnik zu bewältigen ist. Angefertigt wurde es 2005 von Walter Chinaglia.

Musik zum Hören:

aus dem Buxheimer Orgelbuch (ca. 1460):
Vierhundert jare, nach Oswald von Wolkenstein (~1377-1445)
Tant apart, nach Walter Frye (fl. 1443-1466)

Ich habe dafür ein Solo-Programm zusammengestellt:

Paumanns Gotik - Musik rund um den süddeutschen Orgelmeister Conrad Paumann (*1409/1415 Nürnberg, +1473 München)