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Portativ

Portativ 2Das Portativ oder Organetto, wie es mitunter genannt wird, ist die kleinste Form der Orgel. So klein, daß man es sich auf den Schoß nehmen kann. Mit der linken Hand wird der Blasbalg betätigt, mit der rechten auf der Tastatur gespielt. Die ältesten Belege für das Portativ gehen auf die Spätantike zurück, zu Beginn des 16. Jahrhunderts allerdings kommt es gänzlich ab. Es ist also ein zutiefst mittelalterliches Instrument. Im 15. Jahrhundert scheint das Portativ eine letzte große Blüte erlebt zu haben. Unzählige Darstellungen finden sich auf gotischen Tafelbildern, Fresken und bei Skulpturen.

Mein Portativ ist ein 3'-Instrument (das kleine f als tiefster Ton) und damit ungefähr die größte Variante, die mit der genannten Spieltechnik zu bewältigen ist. Angefertigt wurde es 2005 von Walter Chinaglia.

Musik zum Hören:

aus dem Buxheimer Orgelbuch (ca. 1460):
Vierhundert jare, nach Oswald von Wolkenstein (~1377-1445)
Tant apart, nach Walter Frye (fl. 1443-1466)

Ich habe dafür ein Solo-Programm zusammengestellt:

Paumanns Gotik - Musik rund um den süddeutschen Orgelmeister Conrad Paumann (*1409/1415 Nürnberg, +1473 München)